Pressesmitteilung


Kampagne „Here to stay“ fordert Erhalt des Status Quo für Wohnheime in Selbstverwaltung.


Göttingen 24. Mai 2007

Auf der Demonstration „Göttingen ist nicht Heiligendamm – uns doch egal“ ist am vergangenen Samstag der Startschuss für die Kampagne „Here to stay. Selbstverwaltete Strukturen verteidigen“ gefallen. Die Kampagne richtet sich gegen Pläne des Studentenwerks Göttingen, seine Wohnheime mit Kollektivmietverträgen umzustrukturieren.

Ziel dieser Maßnahme in den Wohnheimen mit insgesamt über 100 BewohnerInnen ist offenbar die Einführung von Einzelmietverträgen mit einer rigiden Wohnzeitbegrenzung. Aus diesem Grund haben sich die BewohnerInnen der betroffenen Häuser vernetzt und fordern die sofortige Rücknahme der Kündigungen und deren Androhung sowie den Erhalt des Status Quo.

Die Sprecherin der Kampagne, Hannah Ehlers, erklärte, „Dieser Schritt des Studentenwerks ist ein Angriff auf jahrelang gewachsene Strukturen und der Versuch, eine soziale Kontrolle zu forcieren“. Diese Pläne stehen der Entwicklung sozialer Kompetenzen, die auch angesichts der gesellschaftlichen Tendenzen immer wichtiger werden, diametral entgegen.

Die Form des selbstverwalteten Wohnens, wie sie seit Jahrzehnten in den entsprechenden Häusern usus ist, ermöglicht erst ein verantwortungsvolles Miteinander, in dem Konflikte und Probleme gemeinsam und unter Berücksichtigung individueller Interessen gelöst werden: ein Gegenpol zu anonymen Zwangsgemeinschaften, in denen das Miteinander gesetzlich reglementiert ist und von den jeweiligen Amtsträgern durchgesetzt wird.

Offensichtlich verabschiedet sich das Studentenwerk von seiner gesetzlich übertragenen Aufgabe, die Göttinger Studierenden sozial und kulturell zu fördern. Stattdessen erhöht es durch die tiefgreifende Umstrukturierung den ohnehin schon immens gestiegenen Druck während des Studiums.

Ehlers erklärte, „ob das Studentenwerk die Vorgaben des Landesrechnungshofes umsetzt, ist keine Frage von Sachzwängen, sondern eine politische Entscheidung, auf die es einzuwirken gilt. In diesem Zusammenhang ist die Kampagne „Here to stay. Selbstorganisierte Strukturen verteidigen“ ein erster Schritt, sich gegen den Angriff auf unsere Strukturen zu wehren.