Pressespiegel


13 August 07 / Extratip

Eine Demo zum Geburtstag

Göttingen: Friedliche Demonstration durch die Innenstadt und Abschlusskonzert im Juzi


Göttingen hat seiner linken Szene einiges zu verdanken, mindestens, dass in der Stadt unerwünschte „Deutschnationale" nie Fuß fassen konnten. In diesem Jahr wird das Juzl, wo sich Linke gerne versammeln, 25 Jahre jung und die linke Szene macht sich große Sorgen, dass es immer weniger Orte gibt, an denen sie sich aufhalten können. Für das Anliegen „linke Freiräume zu verteidigen" demonstrierten rund 500 Personen gestern friedlich in der Göttinger Innenstadt und am Unigelände.



Lang, lang ist's her, dass in Göttingen Häuser besetzt wurden. Aus der linken Hausbesetzerszene entwickelten sich viele Einrichtungen, Initiativen und politische Gruppen. Doch diese haben, wohl nicht ganz zu Unrecht, das Gefühl, dass ihnen immer weniger Freiräume zur Verfügung ste hen. Auch das Studentenwerk ist diesbezüglich in die Kritik geraten, weil in den von Studenten selbstverwalteten Häusern die bestehenden Mietverträge gekündigt werden, um sie in „typische anonyme Wohnheime mit Einzelmietverträge und Wohnzeitbeschränkungen umzuwandeln." So traf man sich gestern ab 13 Uhr am Markt zur Demonstration - für Freiräume und anlässlich des Juzi-Geburtstages.

Die Besucher der Göttinger City nahmen dies gewohnt lässig. Da die Auftaktfeierlichkeiten im Juzl wohl etwas länger gedauert hatten, gab es die ersten Redebeiträge erst kurz von 13.30 Uhr. „Im innerstädtischen Raum kann man nur Geld ausgeben." oder „Es gibt keine neuen bezahlbaren Wohnungen in der City", so die Redner und forderten einen „Alltag jenseits der üblichen Scheußlichkeiten". Als der Zug dann am Wilhelmsplatz ankam, kam ein erstaunter Anwohner aus seiner Wohnung. „Wogegen wird denn demonstriert?", fragte er und bekam umgehend, der besseren Information wegen, einen Handzettel überreicht. Unter Aufsicht des polizeilichen Einsatzleiters, Polizeioberrat Dieter Riekmann, bahnte sich der Zug seinen weiten Weg durch die City bis zum Kreuzbergring und wieder zurück zum Juzl. „Schon am Freitag gab es keinen Grund einzugreifen", berichtete Riekmann. Überhaupt war die Stimmung während der Demo sommerlich friedlich auch ein Weg, auf die Probleme aufmerksam zu machen! Bei „Alfredo" und bei „Cron & Lanz" saß das Göttinger Demopublikum in der ersten Reihe und eine von De monstranten mit dem Aufdruck „Streichhölzer statt Nationalstöl zer" verteilte Zündholzpackung wird einen der Juzi-Gründer, heute wohnhaft in Berlin, erreichen. Und die Feierlichkeiten rund ums Juzi gehen weiter:

Happy Birth day!


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