Pressespiegel


07 November 2007 / Göttinger Tageblatt

Studentenwerk nimmt Mietkündigungen zurück


„Konstruktives" Gespräch zwischen Vermietern und Bewohnern selbstverwalteter Wohnheime

Göttingen (mib). Im Streit um die selbstverwalteten Studentenwohnheime (Tageblatt berichtete) ist es zwischen dem Studentenwerk und den Bewohnern der betroffenen Häusern zu einer Annäherung gekommen. In einem Gespräch haben sich beide Seiten darauf verständigt, nach einer Lösung zu suchen, wie die unterschiedlichen Vorstellungen über die Wohnheime in der Goßler-, Gotmar-, Burg- und Rote Straße und im Kreuzbergring zu vereinbaren sind.

Wichtigstes Ergebnis: Die bereits zum 31. März 2008 ausgesprochenen Kündigungen des Mietvertrages für die Hausgemeinschaft in der Goßlerstraße 21 hat das Studentenwerk zurückgenommen. Auch sei es für das Studentenwerk denkbar, „von der bisherigen Forderung nach Umstellung der Kollektivmietverträge in Einzelmietverträge für alle Bewohner abzuweichen". Jetzt wollen beide Seiten bis März, so Jörg Maguli, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerkes, Vorschläge erarbeitet werden, wie Zusatzvereinbarungen zu den Mietverträgen aussehen könnten. Das Studentenwerk pocht vor allem auf eine Beschränkung der Wohnzeit und Transparenz bei der Auswahl der Mieter. So soll „möglichst vielen Studenten ein mit öffentlichen Mitteln geförderter Wohnplatzzur Verfugung" gestellt werden.

„ Erste nötige Schritte"

„Das Gespräch war sehr konstruktiv", sagte Magul. Auch Vertreter der Kampagne „Here to stay", die in der Vergangenheit Proteste gegen die Studentenwerkspläne organisiert hat, begrüßt diese Entwicklung als „erste nötige Schritte, den sozialen Belangen der Studierenden gerecht zu werden". Strittig bleibe aber die Wohnzeitbegrenzung: „Der Auftrag des Studentenwerks, die Studierenden kulturell, sozial und wirtschaftlich zu fördern, kann nicht durch die Politik einer Mangelverwaltung erfüllt werden." Wohn Zeitbegrenzung verschärfe den wirtschaftlichen Druck auf Studierende und widerspreche einem sozialen Auftrag. Gerecht sei, wenn alle Studierenden während ihrer gesamten Studienzeit über Wohnraum verfügen können, der ihren Bedürfnissen entspricht.
Hintergrund des Streites sind die Pläne, den genannten Wohnheimen ihre bisherige Selbstverwaltung zu entziehen, indem Mietverträge, die das Studentenwerk mit Vereinen und Gesellschaften bürgerlichen Rechtes geschlossen hat, gekündigt werden und durch Mietverträge mit einzelnen Personen ersetzt werden.

Göttinger Tageblatt

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