Die Häuser


Rote str. & Burgstr.

Gotmarstr.

Kreuzbergring

Goßlerstr.


Kreuzbergring 10 und 12


Das Haus KBR 10/12 diente bis 1972 der Klinikverwaltung als Lagerraum. Im Herbst jenes Jahres wurde es laut Göttinger Tageblatt von Unbekannten Außen wie Innen „völlig ruiniert“. Daraufhin wurde es vom dem Eigentümer Universität Göttingen dem Studentenwerk zum Kauf angeboten. Dieses ging auf das Angebot nicht ein, mietete es 1973 wegen erheblicher Wohnungsnot der Göttinger Studierenden stattdessen jedoch an. Damit das Haus wieder kostengünstig bewohnbar gemacht werden konnte wurde es einer Gruppe von 15 Studierenden zu einem Mietpreis von je 75 – 80 DM überlassen. Ferner wurde den Studierenden ein zinsloser Kredit in Höhe von 15.000 DM angeboten um das Haus wieder instand zu setzen. Der Kredit wurde zur Deckung der Materialkosten zur Instandsetzung benutzt. Alle handwerklichen Arbeiten wurden von den Studierenden selbst erledigt.

Mit dieser unkonventionellen Sanierungsmethode waren die Häuser jedoch keineswegs vorm Abriss gerettet. Das Modell war jedoch nur eine Übergangslösung bis zum endgültigen Abriss um die Lage auf dem Wohnungsmarkt kurzfristig zu entschärfen. im Falle des Abrisses des gemieteten Gebäudes.

Um die Häuser dauerhaft vorm Abriss zu retten gründete sich 1974 die Mieterinitiative „Kreuzbergring“. Die Initiative versuchte zusammen mit sämtlichen BewohnerInnen des Kreuzbergrings die Abrisspläne von Universität und Stadt zu verhindern. Dazu wurde eine eigene Zeitung mit aktuellen Infos zum Häuserkampf veröffentlicht und in verschiedenen Häusern ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet um gerade auch Nicht-Studierenden zu zeigen, wie sie in den Häusern des Studentenwerks leben und mit welchen Problemen sie konfrontiert sind.

Aufgrund jahrelanger Verhandlungen zwischen Mieterinitiative und Universität und Stadt sowie immer wieder auftretender Besetzungen der Gebäude stieg der Druck die Kündigungen zurückzuziehen und das geplante Bauvorhaben nicht zu realisieren. Während dieser Zeit mussten die Bewohner des Kreuzbergrings ständig mit der Kündigung rechnen und ihr Mietverhältnis wurde nur von Semester zu Semester verlängert. Universität und Stadt haben das Vorhaben „vierspuriger Kreuzbergring“ 1980 letztendlich ad acta gelegt, da es vom Bauausschuss abgelehnt worden ist.

Mitte der 80er wurden erneut Pläne zum Ausbau des Kreuzbergrings zwischen Weender Landstr. und Humboldt-Allee vorgelegt. Dabei handelte es sich darum eine linksabbieger Spur zu bauen. Dies stieß wieder auf große Proteste und BewohnerInnen erstritten sich über das Verwaltungsgericht Braunschweig eine einstweilige Verfügung gegen die Ausbaupläne. Diese wurde jedoch in nächster Instanz aufgehoben und der Ausbau konnte nicht verhindert werden.

Bis heute agiert das Studentenwerk als Verwalter des Hauses KBR 10/12. Aufgrund der „besonderen Geschichte der Häuser“ wurden bis 1994 keine Immatrikulationsbescheinigungen seitens der Bewohner eingereicht. Zwar wurde diese Ende der 80er Jahre vom Studentenwerk eingefordert, aber durch juristischen Beistand und der mündlichen Absprache mit dem damaligen Geschäftsführer vom Studentenwerk, Herrn Koch, konnte dies bis 1994 verhindert werden.

Im März 1996 wurde von allen Mitbewohnern des Hauses KBR 10/12 der Verein „Schöner Wohnen e.V.“ gegründet, der bis heute das neue Mietverhältnis mit dem Studentenwerk regelt.


Aus der geschichtlichen Entwicklung sehen wir keinen Anlass dazu das Mietverhältnis zu ändern!!!